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Es ist wieder soweit: Frühlingskuren, Entgiftung, Abnehmen etc.

Schulmedizinischer Ansatz:  Mathematik des Abnehmens

Meinen ersten Blog starte ich mit einem Ted Video. Das ist kein Zufall, denn ich kann meine Herkunft aus der wissenschaftlichen Ecke nicht leugnen. Dieses Video zeigt auf unterhaltsame Weise, wie schlecht wir im Alltag erklären können, wohin das Fett eigentlich geht, wenn man abnimmt. In den Aether? Ins Universum? In den Schweiss? Nachdem Du es dir angesehen hast, bist du mit Sicherheit schlauer als vorher.  Vielen alternativmedizinischen Ansätzen zum Trotz lässt sich diese Biochemie bestimmt nicht einfach unter den Tisch wischen. Viel Spass wünsche ich dir mit Ruben Meerman.

Fazit: Ich empfehle generell für jede Ernährungsumstellung ein Ernährungstagebuch zu führen. Nur so kannst du wirklich ehrlich zu dir selber sein, vorausgesetzt, dass die kleinen Sünden auch eingetragen werden. Langfristig spielen schon kleine Einsparungen bei der Kalorieneinnahme eine grosse Rolle. Dazu  ein Rechenbeispiel. Ein Kilogramm Fett enthält 7000 kcal. Du möchtest innerhalb eines Jahres 10 kg abnehmen, also musst in diesem Jahr 70 000 Kalorien einsparen. Um dieses Ziel zu erreichen, beschliesst du,  dich auch mehr zu bewegen.  Du fährst zum Beispiel 2 mal pro Woche mit dem Velo zur Arbeit (zB 2h langsames Radfahren =680kcal) und machst einmal pro Woche eine halbe Stunde Krafttraining (=200kcal).  Du verbrauchst also zusätzlich 880 kcal pro Woche, macht 45 760 kcal pro Jahr.  Nun musst du noch  24240 kcal beim Essen einsparen, um insgesamt 10 kg Fett zu verbrennen (70000-45760= 24240). Das entspricht dann tatsächlich nur 67 kcal pro Tag, was mit Hungern nichts zu tun hat, aber mit Disziplin und dranbleiben.  Da die Psyche, wie du im Kapitel über chinesische Medizin und Abnehmen sehen wirst, auch eine enorme Rolle spielt, würde ich dich gerne dazu ermutigen, neben dem Ernährungstagebuch auch 3 nette Zeilen über dich selbst zu schreiben, worüber du dich freust, was dir an dir gefällt, wie sich dein Körper im Vergleich zu vorher anfühlt, um ein positives und möglichst nicht gestresstes Bild deiner selbst zu bekommen. Und auch das mit täglicher Routine.

Chinesischer Ansatz: Vom Kochtopf, der Verdauung und der Lebensenergie Qi

Die Verdauung steht im Zentrum unserer Energieumwandlung Die Chinesische Lehre teilt unseren Körper in drei sog. „Erwärmer“-Systeme ein: Der ME ist wie ein Kochtopf – er versinnbildlicht den Magen, in den wir unser Essen füllen. Die Milz (westlich gesehen eher Pankreas) ist wie der Kochlöffel, der alles umrührt und verteilt. Das Nieren-Feuer des UE wärmt den Brei im Kochtopf. Wird er zum Kochen gebracht, verdampft Wärme und Flüssigkeit nach oben. Im OE erfüllt die Lunge die Funktion der zweiten Energiequelle (neben dem Essen und Trinken) und eines Deckels, der den hochkommenden Dampf sammelt und verteilt: unter die Haut als Wei Qi–Abwehrenergie gegen äussere Krankheiten und als Nähr Qi zu allen Organen. Die übrige Energie transportiert die Lunge nach unten zur Niere als Brennstoff für das Nieren-Feuer. Das ist der Kreislauf des Dreifachen Erwärmers mit seinem Zentrum, der Verdauungsenergie! Auch hier wird ersichtlich, dass wenn man zu viel Rohkost, kalte oder einfach qualitativ schlechte Nahrungsmittel zu sich nimmt, dass dann die Herdplatte, das Nieren-Feuer höher gestellt werden muss, was dementsprechend auch mehr Energie (Holz) verbraucht, bevor überhaupt Energie daraus gewonnen werden konnte.

Anders ausgedrückt kühlt man mit kalten Nahrungsmitteln den Kochtopf ab, so wird weniger gute Energie gewonnen, und es bleiben "Schlacken", Feuchtigkeit, Schleim, die sich unter anderem als Fettschicht oder Wassereinlagerungen zeigen können,liegen. Wer also jahrelang hauptsächlich Rohkost zu sich nimmt, kühlt sein ganzes System nachhaltig ab und hat nach dem Verständnis der TCM ein höheres Risiko, übergewichtig zu werden. Selbstredend sind daher Fastenkuren mit rohen Gemüse- und Fruchtsäften nicht unbedingt der Gesundheit zuträglich, trotz des nach Schulmedizin theoretisch höheren Anteils an Vitaminen, die durch das Kochen verloren gehen.

Coquo ergo sum : Ich koche, also bin ich (ein Mensch)

Was meiner Meinung nach die Theorie der TCM unterstützt, dass für den Menschen vor allem gekochte Nahrung vorteilhaft ist, ist der Umstand, dass die Menschheit seit der Entdeckung des Feuers einen riesigen Sprung in der Evolution gemacht hat und dank der Erweiterung ihres Speisezettels durch Kochen von Nahrungsmitteln, die ungekocht ungeniessbar wären,  ihre Zeit nicht mehr ausschliesslich der Nahrungsbeschaffung widmen musste, um zu überleben.  Auf dem Kochen basiert also die ganze menschliche Kultur? Ich finde das einen interessanten Denkansatz.

Ausserdem hat sich auch anatomisch das Verhältnis der Länge des Dünndarms zum Dickdarm in der Evolution verändert. Der Mensch hat im Vergleich zum Menschenaffen einen längeren Dünndarm zur schnellen Aufnahme von bereits zubereiteter, also gekochter Nahrung oder extrem gut gekauter Nahrung, und einen kürzeren Dickdarm, in dem Ballaststoffe, die jede einzelne pflanzliche Zelle umgeben,  von Bakterien  abgebaut werden. Beim Kochen werden pflanzliche Zellwände, die für uns selber unverdaulich sind, aufgelockert und die Nährstoffe können besser resorbiert werden. 

Körpergewicht und Stress

to be continued...