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CBD- das legale Cannabis

Wieso sind gewisse Cannabisprodukte nun in der Schweiz legal?

 

 CBD steht für Cannabidiol und ist ein Hauptcannabinoid der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC ist es nicht rauscherzeugend und Extrakte mit weniger als 1% THC im Vergleich zu anderen Cannabinoiden sind in der Schweiz legal. Im Ausland wird ein Gehalt von maximal 0.3% THC gefordert. Falls Sie Cannabisprodukte in der Schweiz kaufen, dürfen Sie sie möglicherweise nicht ins Ausland mitnehmen, weil dort strengere Vorschriften herrschen.

Das Endocannabinoidsystem

 

Cannabinoide der Hanfpflanze binden im menschlichen Körper an spezifische Cannabinoid-Rezeptoren. Bisher wurden 3 verschiedene Rezeptoren gefunden, an denen Cannabinoide andocken:

CB1 Rezeptor

CB2 Rezeptor

TRPV1: Rezeptor

 

Der Körper stellt auch endogene (=körpereigene) Cannabinoide her, nämlich Anandamid und AG-2.

 

CB1-, CB2-, und TRPV1 Rezeptoren sind in verschiedenen Geweben unterschiedlich verteilt Auf der Abbildung ist ersichtlich, in welchen Geweben Cannabinoid-Rezeptoren vorkommen.. Es gibt jedoch keine solchen Rezeptoren im Atemzentrum, weshalb eine Vergiftung mit tödlichem Ausgang mit Cannabis nicht möglich ist.

 

Unter den Schlagwörtern "eat, sleep, relax, forget, protect" wird die Wirkung von Endocannabinoiden  oft zusammengefasst,. Sie haben in der Regel meistens dämpfende Wirkung auf andere Rezeptorsysteme . Das ist aber noch nicht alles. So, wie ich es bisher verstanden habe, haben Cannabinoide eine regulierende Funktion, nicht nur auf das Ess-, Schlaf-, Ruheverhalten und die Fähigkeit, Unwichtiges zu vergessen, sondern auch auf das Immunsystem, den Knochenstoffwechsel und eventuell vieles mehr.

Wie wirkt CBD?

 

Es ist nicht erlaubt Heilanpreisungen für CBD zu machen, weil Produkte mit CBD als Nahrungsergänzung oder Kosmetika registriert sind und nicht als Heilmittel.  Ueber Forschungsergebnisse darf man jedoch informieren.

 

Etwas Wichtiges vorneweg: Cannabisextrakte enthalten nicht nur Cannabinoide, sondern auch Terpene und Flavanoide, die in der Wirkungsentfaltung vermutlich eine erhebliche Rolle spielen. Man nennt das den Entourage-Effekt. Es kann daher sein, dass ein Extrakt der einen Pflanze bei einem Patienten anders wirkt, als ein Extrakt einer anderen Hanfpflanze. Auch das Extraktionsverfahren wirkt sich auf die Zusammensetzung der Begleitstoffe aus.

 

In der Abbildung  sind die Wirkungen von verschiedenen Cannabinoiden ersichtlich. Wirkungen von THC sind in der Abbildung ausgenommen. Bei den Cannabinoiden der Hanfpflanze gibt es nicht nur CBD und THC. Bisher sind anscheinend 144 verschiedene Cannabinoide bekannt. Gewisse Forscher konzentrieren sich nur auf CBD und THC bei ihren Untersuchungen, aber die Zusammensetzung und in der Folge unterschiedliche Wirkung der Extrakte scheint enorm wichtig zu sein.

Was man bisher zu wissen glaubt, verdient Aufmerksamkeit. Besonders die krebshemmende oder in manchen Fällen sogar krebsheilende  und antiepileptische Wirkung von Cannabisextrakten werden erforscht. Aufgrund der in der Abbildung beschriebenen Effekte von Cannabisextrakten, wird erforscht, wie sich Cannabisextrakte sich bei innerer Unruhe, Schlafstörungen, Migräne, Schizophrenie, Epilepsie, Alzheimer, Muskelkrämpfen, Krebs, Uebelkeit, Diabetes, Psoriasis, Durchfall, Schmerzen, Entzündungen, Osteoporose, Glaukom, Behandlung von Entzugssymptomen anderer Substanzen und Gewichtsregulation  auswirken.

 

In der Schweiz ist ärztlich verschriebenes Cannabisextrakt mit THC für Spastik bei MS zugelassen.

 

Hier finden Sie Forschungsergebnisse zu CBD auch in Deutsch : http://cannabis-med.org/

 

Zur Information über die Vielschichtikgkeit von Cannabisextrakten, empfehle ich folgenden Tedtalk:

 

Wieso sind Cannabinoide von Interesse in der Forschung?

 

Cannabis hat wegen des rauscherzeugenden THC's einen schweren Stand in der Forschung. Wünschenswert wäre, dass Cannabis auch ohne THC alle positiven Wirkungen hätte. Viele Institute erforschen Cannabispräparate, deren THC-Gehalt höher ist, als in der Schweiz legal erhältlich. Dedi Meiri vom Technion Cannabis Forschungsinstitut in Tel Aviv erforscht die Wirkung bezüglich Krebs, Epilepsie, Autismus und vermutlich anderer Krankheiten die genaue Zusammensetzung von Cannabisextrakten. In Tel Aviv geht jeder ärztlich verschriebene Cannabisextrakt zuerst durch Dedi Meiris Labor, um die genaue Zusammensetzung festzustellen.

Andere Forschungsgruppen untersuchen CBD und THC als Einzelsubstanzen, zum Teil deren Verhältnis. Was ich vorher nicht wusste, ist, dass THC als Einzelsubstanz beinahe unterträgliche Nebenwirkungen hervorruft und von Patienten schlecht toleriert wird. CBD fängt Nebenwirkungen von THC auf. Viele Patienten wünschen sich auch nicht den Rauscheffekt, sondern möchten im Alltag normal funktionieren.

Anekdotisch finden sich auf youtube Berichte von Heilungen bei Krebspatienten. Anektdotisch bedeutet in diesem Fall nicht, dass es amüsant ist, sondern dass es sich um Berichte von Einzelfällen handelt. Wenn man die Untersuchungen von Dedi Meiri ernst nimmt, hatten diese Patienten einfach enormes Glück auf Anhieb den richtigen Extrakt der richtigen Pflanze gefunden zu haben.

 

Auf pubmed finden sich zum Thema CBD über 6000 wissenschaftlich veröffentliche Artikel: hier der Link zu pubmed und CBD

 

Sehen Sie gleich unten das Referat von Dr. Hergenrather. Es geht unter anderem um die Dosierung und die glockenförmige Kurve, die bei Einnahme von CBD Präparaten vorkommen kann.

 

Gibt es einen Endocannabinoid-Mangel?

 

Ebenfalls diskutiert wird von einigen Aerzten die Hypothese eines Endocannabinoid-Mangels. Eine theoretische Möglichkeit besteht durchaus, schliesslich sind auch Mängel/Störungen anderer Neurotransmittersysteme bekannt. Krankheiten, die von der Erkrankung solcher Transmittersysteme betroffen sind zum Beispiel Depression, Schizophrenie, Migräne und Parkinson.

 

Dr. Russo postuliert einen Endocannabinoid-Mangel wenn Migräne, Morbus Crohn und Fibromyalgie auftreten, v.a., wenn ein Patient zwei dieser Krankheiten gleichzeitig hat.

Sehen Sie Sich dazu untenstehendes Video an:

 

Wie wird CBD verabreicht und in welcher Dosierung?

 

Wie schon erwähnt, ändert sich logischerweise die Zusammensetzung eines Cannabisproduktes in Abhängigkeit des Lösungsmittels, mit dem der Extrakt hergestellt wird. 

 

Es gibt lipophile Extrakte auf Oelbasis, CO2-Exktrakte, 

alkoholische Extrakte von Knospen, Tees aus den Blättern, das Kraut zum Rauchen und auch Lotionen zur Anwendung auf der Haut.

 

Die öligen Tropfen gibt es in der Regel in Konzentrationen von 5 bis 20%. Bei einem öligen, 10%igen Extrakt enthält 1 Tropfen in der Regel 5mg CBD.

 

In Studien werden Dosierungen von 5mg bis 700mg pro Tag untersucht, je nachdem , was man behandeln möchte. Glaubt man den Ausführung von Dr. Hergenrather, so gibt es für jeden Patienten eine individuell wirksame Dosis. Diese wird durch sorgfältige Dosiserhöhung ermittelt. Nimmt man zuviel, ist es nicht automatisch so, dass es stärker wirkt. Es kann auch sein, dass die Wirkung bei Ueberdosierung wieder aufgehoben wird (glockenförmige Wirkungskurve).Mehr ist also nicht unbedingt besser.

 

Gemäss Dr. Hergenrahter, der aber Cannabisextrakte mit THC verschreibt, liegt die beste Wirkung bei den meisten Menschen bei 5mg pro Tag. Wenn man aber Epilepsie oder Krebs behandeln möchte, muss die Dosis oft sehr viel höher sein.

Bei meiner limitierten eigenen beruflichen Erfahrung mit CBD würde ich die Empfehlung von Dr. Hergenrather unterstützen und eine geringe Anfangsdosis von 5mg 1-2 mal täglich empfehlen und die Wirkung beobachten. Die Firma, von der wir unser CBD Oel beziehen, empfiehlt 5 mg 4 mal täglich als Anfangsdosis. Das könnte aber zum Beispiel für die Verwendung von CBD bei Glaukom bereits zu viel sein. Auf Anfrage habe ich eine Liste von Anwendungsbereichen und Dosierungen zusammengestellt, die sich auf publizierte Studien stützt.

 

 

Gibt es Nebenwirkungen, Interaktionen mit anderen Arzneistoffen oder Abhängigkeit von CBD?

 

 

Ab 20mg können Nebenwirkungen beobachtet werden:

 

Erbrechen, Müdigkeit, Fieber, Infektionen der oberen Atemwege (bei Rauchen von CBD-Produkten), verminderter Appetit, Krämpfe, Lethargie, Schläfrigkeit, Durchfall, erhöhte Leberwerte bei einem Patienten. Ab welcher Dosierung welche Nebenwirkungen auftreten ist nicht spezifiziert. Häufigkeitsangaben werden keine gemacht.

In niedriger Dosierung sind Interaktionen mit anderen Arzneimitteln nicht zu erwarten. Bei höherer Dosierung kann wegen der Wirkung auf andere Transmittersysteme und der Veränderung der Aktivität von Leberenzymen eventuell eine Interaktion auftreten. CBD erzeugt keine Substanzabhängigkeit im Sinne von Entzugserscheinungen oder notweniger Dosissteigerung. Für Unterbrüche wie Auslandaufenthalte kann es problemlos abgesetzt werden.

 

Vorsicht vor künstlichen Cannabinoiden

 

Wie oben schon erwähnt, ist zum Beispiel THC als Einzelsubstanz mit starken Nebenwirkungen behaftet und Cannabisextrakte wirken am besten mit ihren natürlichen Begleitstoffen.  Anscheinend sind illegal auch künstliche Cannabinoide erhältlich, die gefährliche Nebenwirkungen aufweisen. Lesen sie hier einen Artikel über künstliches Cannabinoid und Verunreinigung mit Rattengift.